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Deutschland
22.07.2010, 09:50 von Kleingärtner
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Japanische Gärten

In der Gestaltung eines Gartens gibt es zwischen chinesischen und japanischen Vorstellungen zunächst kaum einen Unterschied, was daran liegen mag, dass China seit dem 3. Jahrhundert beständigen künstlerischen Einfluss auf das Inselreich ausübte.

Kyoto, von 794 bis 1868 Hauptstadt Japans, war lange Zeit eine von Bergen umgebene Gartenstadt. Die wirtschaftliche Entwicklung während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat das Erscheinungsbild der Stadt zwar grundlegend verändert, doch die Gärten Kyotos sind noch immer geschützte Inseln des Friedens. Das hat vielleicht weniger mit ihrer außerordentlichen Schönheit zu tun als mit dem Umstand, dass sie die traditionelle japanische Kultur symbolisieren, der die Japaner sehr viel stärker verbunden sind, als es für einen westlichen Beobachter den Anschein hat.

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Kyoto zählte einst bis zu 1650 buddhistische Tempel und 400 Schinto-Heiligtümer, die alle von Gärten umgeben waren. An den erhaltenen Anlagen, von denen 15 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, lässt sich die noch immer lebendige jahrhundertealte Geschichte der japanischen Gartenkunst ablesen.

Die erste japanische Schrift zu diesem Thema, von einem Mönch verfasst, stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert und stellt eine philosophische und moralische Abhandlung dar. Der Autor stützt sich auf Laotse und auf die  Unterscheidung von männlichem und weiblichem Prinzip, von aktiv und passiv, von beherrschend und beherrscht. Alles in einem Garten ist darauf ausgerichtet, diese Komplementarität herzustellen: Einem aufgerichteten Stein wird ein flacher Stein zugeordnet, einem hoch aufgeschossenen Baum eine kleine Laterne. Stück für Stück bildet sich so eine Art gärtnerischer Grammatik heraus, in der jedes Element eine Bedeutung besitzt und einem ergänzenden Element gegenübergestellt wird. Die Steine werden, je nach Form, stofflicher Zusammensetzung, Herkunft und Gewicht, in Kategorien eingeteilt. Bäume werden nach ihrer Form, ihrem sich im Lauf der Jahreszeiten wandelnden Farbenkleid und ihrem Schattenwurf unterschieden. Und die Gartenpläne sind gemäß dem Grad ihrer Ausführung drei verschiedenen Typen zugeordnet – dem „mustergültigen“ Stil, dem Übergangsstil oder dem „rauen“ Stil. Jeder dieser Stilrichtungen erfordert eine ganz besondere und festgelegte Art der Bepflanzung, bestimmte Blumen und eine vorgeschriebene Bodengestaltung und Wasserführung. 

Zwar waren die mustergültigen Gartenschöpfungen Kyotos den Kaisern und Mönchen vorbehalten, doch die meisten Japaner bringen Bäumen, Steinen, Wasserläufen und Blumen, Objekten einer Meditation, seit jeher echtes Interesse entgegen. Die Ordnungsprinzipien, auf die man sich bezieht, gehen oft auf schintoistische, taoistische und buddhistische Glaubensgrundsätze zurück oder gemahnen an uralte Systeme von Wechselbeziehungen, deren Ursprung im Schamanismus liegt. Das go-gyo zum Beispiel betrachtet das Universum als ein sich entwickelndes Fließendes.

Gelehrte oder Mönche, deren Namen in Japan so bekannt sind und geachtet werden wie der Le Nôtres in Frankreich, haben schon in frühen Zeiten Gärten gestaltet. Ab dem 16. Jahrhundert befreiten sich diese Gartenkünstler ganz von chinesischen Einflüssen und entwickelten Konzepte, die sich durch Konzentration auf bestimmte Bedeutungen und eine bemerkenswerte Entschlossenheit im Aufriss auszeichneten und die schließlich in den Anlagen der Zen-Gärten gipfelten.

Ein japanischer Garten kann sowohl eine Fülle ausgeklügelter Symbolik bieten als auch von anrührender poetischer Schlichtheit sein. Er ist fester Bestandteil jener Orte, an denen sich das soziale und religiöse Leben abspielt: von Tempelanlagen, Teehäusern, Landsitzen, Schlössern und schließlich, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, selbst von ganzen Städten. Als Beispiel seien die ausgedehnten und jedermann zugänglichen öffentlichen Gärten der Edo-Epoche genannt. Die Arbeiten berühmter Architekten bezeugen, dass ein japanischer Garten noch heute gleichzeitig mit dem Gebäude entworfen wird, das er umgeben soll, und auf diese Weise ein subtiles Zusammenspiel von drinnen und draußen und vielfältige Verknüpfungen zwischen Natur und Kultur entstehen lässt.

Der Japanische Garten ist etwas ganz Einzigartiges und er hatte großen Einfluss auf den westlichen Gartenstil. Mehr als in anderen Ländern hat man es in Japan verstanden, die Gartenbaukunst mit transzendenter Bedeutung zu füllen. Die Natur ist dort niemals als etwas „anderes“, vom menschlichen Bereich Getrenntes wahrgenommen worden, und dieses Einssein mit der Schöpfung zieht sich wie ein roter Faden durch die japanische Gartengeschichte.

Da Althergebrachtes und Tradiertes in Japan immer gemeinsam mit dem Neuen existiert, ja sich damit vermischt hat, lässt sich diese Geschichte nicht als reine Abfolge von ästhetischen und religiösen Veränderungen verstehen. Die japanischen Gärten sind so zeitlos, dass man sie sowohl in der Gegenwarts- als auch in der Vergangenheitsform beschreiben kann. Die Geschichte beginnt mit dem „Weg der Götter“, den altehrwürdigen Shinto-Naturgeistern, deren Schreine die ältesten heiligen Stätten Japans darstellen. Ferner sind die Chinesischen Einflüsse zu erwähnen, denn die Gärten der Heianesischen Zeit stehen in engem Zusammenhang mit den Einflüssen der chinesischen Kultur und des Buddhismus. Wobei fremde Werte und Lehren in Japan jedoch nicht zwangsläufig zum Untergang der heimischen Traditionen führten, sondern diese vielmehr veränderten und verfeinerten; zum Beispiel gewannen Schreine des Shinto auch für Buddhisten an Bedeutung, und das Naturverständnis des Shinto wurde durch die Kunst des Zen-Gartens bereichert. Der Zen-Garten spiegelt die japanische Einstellung wider, dass die Pflege der Schönheit eine im Wesen geistige Beschäftigung ist.

Für westliche Augen sind alle japanischen Gärten durch typische Merkmale gekennzeichnet, gleichgültig, ob es sich um einen Teichgarten mit Insel, Felsen und streng geschnittenen immergrünen Sträuchern, einen Teegarten, einen Wandelgarten oder einen Trockenlandschaftsgarten des Zen-Buddhismus handelt. Dieser Typus wird seit mehr als hundert Jahren im Westen nachgeahmt; bei aller Schönheit erreichen die meisten Gärten im japanischen Stil dennoch nie das Original. Denn ein echte japanischer Garten zeichnet sich nicht nur aus durch geschnittene Sträucher, spärliche eingesetzte Pflanzen oder die Gestaltung mit Sand, Kies und Steinen, sondern ist auch eine Frage der Geisteshaltung.

Verglichen mit Gärtnern im Westen beschneiden Japaner Gehölze streng und umfassend; diese blühen zwar schwächer, wirken durch die plastischen Formen aber stärker kontrolliert. Charakteristisch ist auch die relativ geringe Pflanzenvielfalt. Trotz der reichen japanischen Wildflora legt man keinen Wert auf Pflanzensammlungen oder Seltenheiten. Der japanische Gärtner ist eher ein Gartenkünstler als ein Gartenbauer. Jeder Stein, jede Pflanze wird im Hinblick auf ihren Beitrag zum Ganzen und nicht auf ihre individuelle Qualität ausgesucht; die Gesamtanlage wird jeweils makellos gepflegt, sodass Ordnung, Kontrolle und Beschränkung als Schlüsselkomponenten zum Tragen kommen: herabfallende Blätter werden entfernt, Sand und Kies gewaschen und gebürstet, Pflanzen werden geradezu gesäubert und Bäume zurechtgestutzt.

In anderen Ländern greift die moderne Gartengestaltung Ideen, Techniken und Philosophie aus verschiedenen Geschichtsepochen und Kulturen auf – auch aus der japanischen. Japanische Gartengestaltung ist jedoch immer eine Mischung aus japanischer Geschichte und Religion. Mehr als in anderen Gesellschaften ist die Beziehung zwischen Mensch und Natur in Japan sehr spirituell; deshalb ist die Gartenbaukunst wesentlich mehr als ein „Garten-Geschäft“. Diese aus dem Shinto (eine der ältesten Religionen in Japan) und dem Buddhismus abgeleitete Einstellung betrifft jeden Aspekt der japanischen Gartenkultur.

Doch trotz aller scheinbaren Gelassenheit und Einfachheit sind japanische Gärten genauso stilisiert wie die formalen Gärten es 16. Und 17. Jhs. In Europa. Jedoch erschließt sich die formale Struktur japanischer Gärten nicht über Symmetrieachsen, da diese Gärten ihrem Wesen nach asymmetrisch angelegt sind. Diese genau geplante Asymmetrie kommt durch das sorgfältige Platzieren der wichtigen Strukturelemente – Steine, Wasser und Pflanzen – zustande, die jeweils hohen Symbolgehalt besitzen.

Der Eingang

Man betritt einen japanischen Garten nicht einfach irgendwie. Hinter dem oftmals von einem kleinen Dach gekrönten Tor öffnet sich fast immer eine enge Flucht. Man muss voranschreiten, um nach einem Richtungswechsel den Garten vor sich zu haben. Auch gibt es keine majestätisch-triumphalen Gartenportale wie bei uns. Nicht selten macht ein gespanntes Band aus Stoff die Durchgangshöhe des Tores niedriger und zwingt den Besucher, mit gesenktem Haupt einzutreten – als ein Zeichen des Respekts. Plötzlich kommt ein kleiner Unterstand mit Bank, der den Besucher einlädt, sich niederzusetzen, denn in einem privaten japanischen Garten wartet man erst ab, bis der Besitzer den Besucher mit einem Willkommenstee empfängt, ehe man in den Garten hineingeht.

Im Garten markieren weitere Tore die Trennung unterschiedlicher Szenerien und weisen auf die veränderte Situation hin.

Steine

Steine spielen im japanischen Garten eine viel größere Rolle, als auf den ersten Blick ersichtlich. Antike Steine wurden immer sehr geschätzt, in ihrer Bedeutung vergleichbar mit Solitärbäumen in europäischen Landschafsparks. Traditionell waren die wertvollsten Steine „Sabi““, Steine mit einer von Wind und Wetter geprägten Alterspatina. Für die ältesten Gärten in Kyoto sammelte man Felsbrocken an Bächen und Hängen in der Nachbarschaft, doch bereits im 17. Jh. Wurden berühmte Steine aus alten Gärten oder von ihrem Naturstandort teuer bezahlt und von weit her in die neue Hauptstadt Edo (heute Tokyo) transportiert. Im 19. Jh. Wurden dann letztlich derart ungeheure Summen für die „Sabi“ gezahlt, dass ein Regierungsbeschluss die Höhe des Preises für ein einzelnes Exemplar beschränkte.

Das Wasser

Das Wasser ist eines der grundlegenden Gestaltungselemente im japanischen Garten. Es kann unbewegt sein oder auch strömen, aus einer Fontäne sprudeln oder ein hölzernes Instrument in Bewegung setzen. Manchmal befeuchtet es auch einfach die Wege, was in Japan den Gästen gegenüber ein Zeichen der Höflichkeit ist. Feuchtigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil des japanischen Gartens.

Das Wasser erscheint in Form von Quellbächen und verteilt sich dann zwischen Felsen, was schimmernde Effekte erzeugt. Sobald das Wasser zur Ruhe kommt, lassen die im Bachbett verteilten Kieselsteine ein Kräuseln an der Wasseroberfläche entstehen. Und dann beginnt der Lauf von Neuem. Es kann sogar vorkommen, dass das Wasser endgültig im Boden verschwindet

Stille Wasserflächen finden sich oft in großen Gartenanlagen. Am Teichufer breitet sich die Vegetation aus und eine Landschaft entsteht. Dies sind die so genannten Wandelgärten für Spaziergänge. Sie bilden oftmals bekannte Orte in Japan nach, darunter den Berg Fuji, berühmte Punkte am Tokaido, der Verbindungsstraße zwischen Tokyo und Kyoto, oder den Berg LU (in China). Der Spaziergang verläuft geruhsam, indem man an mehreren Stationen eine Pause einlegt. Im Koraku-en-Garten in Tokyo können auch Stege und eine Bogenbrücke betreten werden, die mit ihrem Spiegelbild einen perfekten Kreis bildet. An das Landleben wird durch einen Kiefernbestand, ein Reisfeld und einen Pflaumengarten erinnert. Ein kleiner Teich beherbergt Lotospflanzen, ein anderer, der von acht kleinen Brückchen überspannt wird, hüllt sich in Schwertlilien.

Auch künstliche Teiche waren sehr beliebt. Ihre Formen strahlen, wie die der Berge, Fröhlichkeit und Beschwingtheit aus; die imposanten Uferbefestigungen aus aufgeschütteten Steinen, welche wir aus der Momoyama-Zeit kennen, verschwinden gänzlich. Statt dessen umgibt allenfalls ein Ring von Steinen wie eine Perlenkette die  Teiche. Sie sind nicht sehr tief, und ihre Uferlinien verschmelzen nahezu weich mit der Umgebung. Auch die weiten, mit Sand oder Steinen bestreuten Uferflächen sucht man an diesen Teichen vergebens. Ein letztes weites Teichufer befindet sich im Sento-Gosho-Park am kaiserlichen Palast in Kyoto. Breite, weitgeschwungene Gartenbäche – echte und trockene – sowie schön gesetzte sawatari-ishi zeugen hier von der Kunst ihrer Schöpfer. Sawatari-ishi, „Trittsteine durch das Marschland“, sind besonders große Steine, die als Trittsteine in das Flussbett gesetzt sind.

Der Klang in japanischen Gärten

Vor allen anderen Sinnen wird im japanischen Garten dem Hören von Klängen grundlegende Wichtigkeit beigemessen. Dieser Aspekt ist sehr bedeutend, weil er sich deutlich von der Betonung des Sehens in westlichen Zivilisationen abhebt. Die Atmosphäre eines japanischen Gartens muss ungeachtet der Gartengröße stets ruhig sein. Sie Stille ist der Freund des japanischen Gartens; eine geräuschvolle Atmosphäre außerhalb und damit mögliche Störungen wirken sich oft verheerend aus.

Alles atmet Feinheit und Zartheit aus. Die Japaner sind Meister in der Kunst raffinierter Geräusche für den Garten: Sie hängen kleine Metallglöckchen oder Windspiele aus Bambus auf, die im Wind klingen. Die berühmten shishi odoshi – kleine Wasserspiele mit Bambusröhren, die auf einen Stein schlagen – dienen schon seit langem nicht mehr dazu, das Wild zu verscheuchen, sondern wurden inzwischen zu bedeutenden Zierelementen im Garten. Holz, Stein und Metall spielen ein erstaunliches Konzert. Der Klang macht neugierig und ermutigt zu einer Entdeckungstour durch den Garten. Ein Gong, der regelmäßig in der Ferne erklingt, bringt den Besucher dazu, den Weg zu den abgelegensten Winkeln des Gartens anzutreten. Hängen Sie in einem entlegenen Teil des Gartens einen Gong und einen Schlegel auf – und Ihre Freunde werden sicherlich davon Gebrauch machen.

Die sprichwörtliche Naturliebe der Japaner hängt sicher mit der spektakulären Landschaft des Landes zusammen. Japan hat dicht bewaldete Berge, durchzogen von mächtigen Flüssen, fast verborgen im bewegten Nebel, sowie verschlungene Küstenläufe mit steilen Klippen und sandigen Stränden. Das lange Frühjahr beginnt mit der Pflaumen, und Kirschblüte, die ausgiebig gefeiert werden. Nach den heißen und feuchten Sommern sowie dem Monsun in Juni und Juli folgt im Herbst ein Blätterfeuerwerk aus goldenem und karminrotem Laub und Ahorn- und Katsurabäumen, während in den dunkleren Nadelwäldern die Blüten von Sasanqua-Kamelie und duftendem Osmanthus leuchten.  Man beschneidet die Pflanzen zu kompakten Formen, die an Berge, Wolken oder Wellen erinnern – entsprechend der typischen Wahrnehmung der japanischen Landschaft.

Um klare Konturen zu erzielen, werden Pflanzen kastenförmig geschnitten, auch wenn dies zu Lasten des Blütenreichtums geht. Um große Entfernungen vorzutäuschen, werden an den Gartengrenzen kleinere und in der Mitte größere Bäume platziert, sodass die Aussicht außerhalb des Gartens eingerahmt wird. Auch die Architektur der Häuser steht in Beziehung zur japanischen Gartenkultur. Wegen des Klimas (milde Winter und heiße Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit) sind japanische Häuser sehr schlicht und offen gebaut, und diese Bauweise schafft anders als in Europa eine harmonische Verbindung der äußeren Umgebung mit dem Innenraum.

Bäume

Die Japaner nutzen die Bäume, um die Jahreszeiten zu verdeutlichen: Kirschbäume für den Frühling, Ahorn für den Herbst, Kiefern für den Winter – und die Zierschnitte kommen durch Schnee oder Reif besonders gut zur Geltung. Das berühmte Handbuch Sakuteiki empfiehlt das Setzen blühender Bäume im Osten und blütenlose Bäume für den Westen. In diesem Grundsatz verbirgt sich keine religiöse Bedeutung. Es handelt sich eher um eine praktische Empfehlung, die ihren Sinn in unseren Breiten beibehält, da die Blüten am frischesten und schönsten im Morgenlicht aussehen und das herbstlich gefärbte Laub besonders im Abendlicht flammt.

Auch heißt es, dass in der Mitte des Gartens kein Baum gesetzt werden soll, weil das Schriftzeichen mit einem Baum in der Mitte einer Einfassung die Bedeutung „im Elend“ beziehungsweise „in Bedrängnis“ trägt. Wirklich eine weise Vorsichtsmaßnahme, an der es vielen abendländischen Gärtnern mangelte. Sie sind heutzutage verzweifelt wegen der allein stehenden Zeder oder den ausgreifenden Ästen der Trauerweide, die sie ohne nachzudenken irgendwann mitten in ihr Rasenstück pflanzten!

Die ersten „japanischen Gärten“ in Europa und Amerika wurden oft ohne jedes Verständnis für die Bedeutung der traditionellen japanischen Gartenelemente gestaltet, und im Überschwang vergaß man häufig die in Japan essenzielle Gestaltungsregel, dass Reichtum in der Beschränkung liegt. Um die Wasser- und Moorbeetgärten authentischer erscheinen zu lassen, wurden überall Felsen, Steinlaternen, rote Brücken und Teehäuser platziert und damit eher eine Parodie als ein wirklicher echter japanischer Garten geschaffen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg sind Gärten im japanischen Stil meist als abstrakte Trockenlandschaftsgärten angelegt worden – bescheidene und unverfängliche Schöpfungen, die man als moderne Kunst ansehen kann.

10.08.2010, 06:36 von kleingadmin | 1203 Aufrufe

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