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Mediterrane Gärten
Die Gärten des Mittelmeerraumes üben seit Jahrhunderten eine ganz besondere Anziehungskraft auf die Menschen Nord- und Mitteleuropas aus. Italien, Frankreich, Portugal und Spanien faszinierten mit ihrer jeweils unverwechselbaren stilistischen Vielfalt, die sich in den Gärten, Parks und in der Landschaft spiegelt. Das Licht unter dem südlichen Himmel, die flirrende Hitze über der Ebene und das Azurblau des Meeres sind atemberaubende Eindrücke, die damals wie heute ein lebendiges Bild der mediterranen Landschaft und ihrer Gärten zeichnen. Mediterrane Gärten zu gestalten ist angesichts der Vielfalt der zur Verfügung stehenden Materialien leichter und vor allem erschwinglich geworden. Das Angebot an Naturstein, Accessoires und vor allem an geeigneten winterharten Pflanzen wächst ständig und hält für jeden Gartenbesitzer das Passende bereit. Der mediterrane Garten ist ein Schmelztiegel unterschiedlicher Epochen und Kulturen, von der Antike über die orientalischen Einflüsse, den Renaissancegarten bis zur Moderne. Trotz seiner wechselvollen Geschichte zeigt sich im mediterranen Garten eine große Kontinuität in der Formensprache, den Elementen, Materialien und Farben. Wenn es jetzt darum geht, die Idee des mediterranen Gartens auf unsere Klimaverhältnisse zu übertragen, lassen sich drei verschiedene Gestaltungslinien formulieren: der klassische mediterrane Garten, der moderne Garten und der Liebhabergarten. Allein das Wort mediterran ruft typische Bilder wach, Bilder von prächtigen lichtdurchfluteten Villengärten in der Provence oder der Toskana, Bilder von grandiosen, streng achsensymmetrisch angelegten Gartenanlagen mit Blick auf das azurblaue Meer. Dessen uralter lateinischer Name „Mare Mediterraneum“ ist nicht nur sprachliche Wurzel für eine Stilrichtung der Gartengestaltung, sondern wurde zum Synonym für Leichtigkeit und Lebensfreude. Das kann in unseren Gärten ganz unterschiedlich aussehen: ein kleiner, von hohen, in warmen Erdtönen gestrichenen Mauern geschützter Innenhof, von üppig blühendem Blauregen eingerahmt, eine steinerne Sitzbank am Rande eines runden Wasserbeckens oder ein repräsentativer Gartentraum im großen Stil. Wohnkultur an den Küsten des Mittelmeers hat viele Gesichter, denn die Atmosphäre ist auf landestypische Art durch Pflanzen, Möbel und Accessoires ganz unterschiedlich geprägt. Zu den ursprünglichsten und auch auffallendsten Merkmalen des klassischen mediterranen Gartens zählt auch die Terrassierung. Der größte Teil der Küstenregionen des Mittelmeeres wird schließlich durch Hügellandschaften geprägt. Wie vor mehr als zweitausend Jahren stufen Bauern und Gärtner in der Provence, der Toskana und auf der Peloponnes noch heute ihre Grundstücke mit Natursteinmauern zu verschiedenen Ebenen ab, um hier Oliven, Zitrusfrüchte oder Wein anzubauen. Die Gliederung in einzelne, geometrisch geformte Terrassen erleichtert zum einen die Bearbeitung der Hänge, zum anderen kann das im Mittelmeerraum so kostbare Regenwasser besser versickern – am unveränderten Hang würde ein großer Teil ungenutzt ablaufen. Kunstvoll gestaltete Brunnenbecken und reich verzierte steinerne Wasserspeier gehören seither ebenso zum Ausstattungsrepertoire wie Kanäle, Wasserrinnen, Kaskaden und Wassertreppen. Als Kunstelement eingesetzt dienen Wasserspiele nicht mehr praktischen Gesichtspunkten wie der Bewässerung oder der Kühlung, vielmehr sorgen sie für optische Effekte und akustische Untermalung. Durch die Anlage von Kanälen wird die geometrische Gliederung noch unterstrichen. Dies gilt sowohl für den mediterranen Hanggarten wie auch für Gärten in der Ebene. Nicht die Größe steht im Mittelpunkt, sondern die Ausgewogenheit der Proportionen, das harmonische Ineinandergreifen der verschiedenen Elemente wie Treppenanlagen, Stützmauern, Balustraden oder Pergolen und Laubengänge sind ebenfalls typisch und werden noch heute in vielen Hausgärten geschätzt. Eine Terrasse einrichten im Stil der Provence – das heißt, Romantik mit schlichter Eleganz kombinieren. Rosen und Lavendel gehören hier ebenso dazu wie Kreppmyrte und Oleander. Ergänzt werden kann die rosa und himmelblaue Blütenatmosphäre durch Bleiwurz und Passionsblumen, die an Spalieren in Richtung Himmel wachsen. Was nicht fehlen darf, ist Echter Wein. Wer Platz hat, sollte ihn an einer Pergola ranken lassen. Seine Blätter spenden lichten Schatten für einen Sitzplatz, der klassisch mit verschnörkelten Eisenmöbeln eingerichtet ist. Für Kissen oder Plaids nehmen Sie Stoffe mit romantischen Blütenmustern, wie sie in Frankreich so beliebt sind. Vor zartblau oder vanillefarben gestrichenen Wänden kommen sie gut zur Geltung. Für Duft sorgt eine Kräuterecke mit Rosmarin, Salbei und Thymian. Pflanzenauswahl: klassisch mediterran Die einmalige Atmosphäre mediterraner Länder ist durch leuchtende Farben geprägt. Jede der Farben hat ihre eigene Ausstrahlung, aber die Wirkung hängt auch stark von den Nachbarfarben ab. Manche Töne unterstützen sich, harmonieren, andere vertragen sich eher nicht. Anhand des Farbkreises kann man leicht sehen, welche Farben gut zusammen passen. Die Wirkung eines Gartens wird besonders durch die Bepflanzung geprägt. Sie ist -weil sie aus lebendigen Pflanzen besteht – auch die emotionalste. Die Übereinstimmungen in den Bereichen Klima und Geologie setzen sich auch bei der natürlichen Vegetation der Mittelmeerregion fort. Ein paar Erinnerungen helfen zur Inspiration: Im Frühjahr erstrahlen die Hänge im leuchtenden Gelb der Ginstersträucher, später erfreuen die Blüten von Schwertlilien, Oleander und Lavendel die Gartenbesucher von Italien bis Spanien. Ölbaum und Weinreben werden in den Gärten rund ums Mittelmeer seit über zweitausend Jahren kultiviert und gedeihen auch bei uns gut, wobei Ölbäume in kalten Gegenden vor strengen Frösten im Winterquartier bewahrt werden müssen. Ebenfalls zu den originären Pflanzen des Mittelmeerraums gehören zahllose immergrüne Sträucher wie Lorbeer und Buchs. Mit ihren ledrigen Blättern minimieren sie die Verdunstung, damit sie die heißen Sommermonate gut überdauern können. Andere Pflanzen schützen sich durch eine dichte, weißliche Behaarung, die die Sonnenstrahlen reflektiert und die Pflanzen so vor Überhitzung schützt. Viele Pflanzen dieser Region legen in den Sommermonaten, ähnlich wie viele Pflanzen bei uns im Winter, eine Ruhezeit und Wachstumspause ein. Um auch bei uns eine mediterrane Stimmung im Garten zu schaffen, steht die Auswahl der geeigneten Pflanzen an erster Stelle. Viele Pflanzen des Mittelmeerraums sind in unseren Gärten nicht winterhart. Dazu zählen die verschiedenen Zitruspflanzen wie Orangen und Zitronen, Oleander und Echter Lorbeer sowie die im Mittelmeerraum heimischen Palmen wie Dattelpalme oder Zwergpalme. Andere typisch mediterrane Pflanzen wie Lavendel, Buchs, Ginster oder Goldregen, Königskerze, Fetthenne, Kugeldistel, Wolfsmilch-Arten und viele duftende Kräuter wie Thymian oder Salbei gedeihen hingegen auch in unseren Breiten. Die Farben des Sommers
Sobald sich unter Blau und Weiß Rosa mischt, schlägt die Stunde der Liebhaber der Provence. Romantisch wirken vor allem Arrangements in zartem Rosa oder Aprikot. Sie mildern in der vollen Sonne die grelle Wirkung von Weiß, fangen im Halbschatten jeden Lichtstrahl ein und leuchten in der Dämmerung noch lange, nachdem sich andere Farben verabschiedet haben. Oleander, Rosen und das Spanische Gänseblümchen sind klassische Träger der Pastellfarben. Wer die romantische Atmosphäre unterstreichen möchte, füllt den Terrassenboden mit weißem Kies, der bei jedem Schritt angenehm knirscht. Verschnörkelte Eisenstühle, vanillefarben oder himmelblau gestrichene Rosenspaliere und Wände machen die Illusion von der provenzalischen Terrasse perfekt. Ein weiterer fester Bestandteil des klassischen mediterranen Gartens sind die mit Wein, Blauregen oder Bougainvilleen berankten Pergolen und Lauben. Während Bougainvilleen in unseren Gärten nicht winterhart sind, lässt sich mit echtem Wein, der exotischen Trompetenblume oder süß und schwer duftendem Blauregen mediterranes Flair erzeugen. Ergänzt wird die Bepflanzung natürlich durch eine Auswahl an Kübelpflanzen. In Kübeln und Töpfen aus Holz, Kunststoffen, Blei oder Terrakotta lassen sich in unseren Breiten auch nicht winterharte mediterrane Pflanzen kultivieren. Mit ihren kräftigen Blütenfarben, Früchten und exotischen Blattformen bereichern sie das Bild. Für die Überwinterung benötigt man helle Räume mit einer Temperatur zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Viele Gärtnereien bieten einen speziellen Überwinterungsservice für Kübelpflanzen an, der viel Aufwand erspart. Arten wie Ölbäume, Neuseeländer Flachs, Palmlilie und verschiedene Palmenarten vertragen aber auch leichte Fröste. Töpfe und Kübel Kübel gibt es für jeden Geschmack aus Ton, Steingut, Kunststoff, Holz oder Metall. Doch keine erinnern mehr an das Mittelmeer als Töpfe aus Terrakotta. Beständig und unauffällig trägt ihr Aussehen zur Stimmung am Haus bei. Viel Wärme, Natürlichkeit und vor allem mediterranes Flair strahlen Töpfe aus Terrakotta aus. Mit der Vielfalt der angebotenen Gefäße können Sie auf unzählige Art und Weise Balkon, Terrasse und Garten fantasievoll gestalten. Setzten Sie die „richtige“ Pflanze in den passenden Topf und bekommt er noch einen besonderen Platz, wird das Arrangement zum Blickfang Ihres Topfgartens. Schon kleine Kästen mit Sommerblumen füllen leere Fenstersimse und Balkongeländer mit den Farben des Südens, Gruppen aus unterschiedlich großen Töpfen verwandeln Terrassen in Urlaubsparadiese. Alle nur erdenklichen Größen und Formen kann man in Gärtnereien, Gartencentern oder Spezialgeschäften kaufen – elegant aus schlichten Wänden geformt oder prunkvoll mit Girlanden und Früchten verziert. Welchen Stil man bevorzugt, ist Geschmackssache. Die Preise sind allerdings gravierend unterschiedlich. Das hängt zum einen stark von der Qualität des Tons ab und zum anderen davon, ob die Töpfe von Hand oder maschinell gefertigt werden.
Der schönste Schatten der Welt Blüten und Blätter, die scheinbar bis in den Himmel wachsen, bestimmen das Bild der Landstriche und Gärten rund ums Mittelmeer. Selbst in den kleinsten Orten gibt es immer einen Platz, der dazu einlädt, während der heißen Tageszeit abzuschalten. Zum Schutz vor der Sonne werden viele Plätze überdacht oder mit Schirmen ausgestattet, am charmantesten sind aber sicher jene, die von einer Pergola oder Mauern eingerahmt werden, an denen Kletterpflanzen ranken. Ob die Pergola ihren Ursprung wirklich im Mittelmeerraum hat, kann man nur vermuten. Dort kamen aber zwei wichtige Punkte zusammen, die zum Entstehen dieser schattigen Laubengänge geführt haben: zum einen die Kultur von Wein an Rankgerüsten und zum anderen der allzu verständliche Wunsch der Menschen, schattige Orte zu finden, an denen man sich ausruhen oder speisen konnte. Diesen Zweck erfüllen Pergolen und Lauben noch heute. Sie dienen als gestalterisches Element in erster Linie dazu, dem Garten Struktur zu verleihen. Pergolen sind nichts anderes als unter einem Gerüst geführte Wege; eine Laube dagegen ist ein in sich geschlossener Platz, der im Unterschied zu einem gebauten Gartenhaus oder einem Pavillon zumeist aus lebenden Pflanzen geformt wurde. Echte Lauben sieht man noch häufig in historischen Gärten, wo die typischen Formgehölze wie Hainbuchen und Linden an einfachen Gerüsten in die Form eines grünen Raumes gebracht wurden. Wenn Sie eine Pergola planen, dann sollte sie als Schmuckstück genau wie ein Pavillon an einer prominenten Stelle im Garten sein. Sie muss aber nicht selbst im Mittelpunkt der Betrachtung stehen, sondern kann auch an einem Platz liegen, der eine schöne Aussicht auf den Garten gewährt. Klassisches Mobiliar Was gibt es Schöneres, als einen neuen Wohnraum einzurichten. Das Mobiliar des klassischen mediterranen Gartens lässt hier viel Spielraum. Ob kleiner Innenhof oder großzügiger Terrassengarten, in der Einrichtung des Gartens zeigt sich die gesamte Lebensfreude und der Kulturreichtum des Mittelmeerraums. Die große Zahl an herausragenden historischen Bauwerken von der Antike bis zur Renaissance hat die Gartenkunst im Mittelmeerraum beeinflusst. In diesen Gärten finden sich historische Bauelemente wie Brunnen, Torbögen und Wasserspeier, Säulen oder historische Pflanzgefäße. Viele dieser Elemente lassen sich auch bei uns verwenden. Neben hochwertigen Nachbildungen aus Naturstein, Metall oder Terrakotta ist es auch möglich, einzelne Elemente wie einen Torbogen oder eine gemauerte Sitzbank aus hier erhältlichen historischen Baustoffen individuelle anzufertigen. Ein gutes Beispiel sind alte Klinker oder Fliesen, aus denen sich Boden- oder Wandmosaike gestalten lassen, die an die maurischen Gärten in Spanien erinnern. Mithilfe von solchen ausgefallenen Materialien wird zugleich der gewachsene Charakter mediterraner Gärten unterstrichen. Sie können einer neuen Anlage so regelrecht Patina verleihen. Wichtig ist gerade hier eine sorgfältige Auswahl. Nur so wird der Garten zu einer stilistischen Einheit. Einzelelemente wie beispielsweise Sonnenuhren, Skulpturen, kunstvoll gestaltete schmiedeeiserne Fenster- und Türgitter oder Blumenbänke ergänzen die individuelle Ausstattung. Die Atmosphäre eines Sitzplatzes wird vor allem durch die Möbel geprägt. Romantische Modelle aus Eisen sind in Spanien, Frankreich und Italien genauso beliebt wie einfache ländliche Holzmöbel. Was in einem mediterranen Garten nicht fehlen darf, sind Amphoren, Statuen oder Büsten. Die Objekte wirken allerdings nur, wenn man sie richtig platziert. Kleinere Köpfe, Büsten oder Zapfen lenken Aufmerksamkeit auf zierliche Blüten, an denen man sonst achtlos vorbei gegangen wäre. Eine hohe Statue dagegen kann das Auge auf ein Ziel lenken, eintönige Wände beleben oder die Symmetrie eines Raumes betonen.
10.08.2010, 06:37 von kleingadmin |
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